24.03.2026
Interview mit Chefärztin Dr. Esther Jacobi zur Erweiterung der Tagesklinik auf 20 Plätze
Stärkung des Angebots im Bereich der seelischen Gesundheit

Die Tagesklinik der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Barmherzigen Brüder Saffig wird ab dem 1. April 2026 um fünf Plätze erweitert. Damit erhöht sich das bestehende teilstationäre Angebot von bislang 15 auf insgesamt 20 Behandlungsplätze. Mit diesem Schritt trägt die Einrichtung zur Stärkung der regionalen Versorgung im Bereich der seelischen Gesundheit bei. Wir haben mit Dr. Esther Jacobi, Chefärztin der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Saffig sowie des St. Elisabeth Lahnstein, gesprochen. Sie erläutert, welche Vorteile die Erweiterung mit sich bringt, für wen sich das Angebot der Tagesklinik eignet und warum es den Übergang in den Alltag erleichtert.
Welche
Vorteile bietet die Erweiterung der Tagesklinik für Patientinnen und Patienten
sowie für die regionale Gesundheitsversorgung?
Unsere
Tagesklinik schließt die Lücke zwischen der vollstationären Behandlung in
unserer Fachklinik und der ambulanten Weiterversorgung. Sie eignet sich für
Patient*innen, die eine intensive psychiatrisch-psychotherapeutische
Unterstützung benötigen, jedoch keine Rund-um-die-Uhr-Behandlung. Auch Eltern
mit minderjährigen Kindern nutzen dieses Angebot gerne, sofern es die Schwere
der Erkrankung zulässt. Gemäß dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ wird die
tagesklinische Behandlung immer eingesetzt, wenn dies das Krankheitsbild
erlaubt. Daher ist die Wartezeit auf einen Platz in der Tagesklinik oft zu lang
– ein Zustand, der sich durch die Erweiterung hoffentlich verbessern wird.
Für
Patientinnen und Patienten aus der Umgebung von Lahnstein organisieren wir eine
Weiterbehandlung in der Tagesklinik des St. Elisabeth. Da tägliche weite
Anfahrten zur Tagesklinik nicht sinnvoll sind, kann das Angebot in Lahnstein
das fehlende Angebot in Saffig jedoch nicht vollständig kompensieren. Umso mehr
freue ich mich für unsere Patientinnen und Patienten, dass die Vergrößerung der
Tagesklinik in Saffig gelungen ist.
Die Patientinnen und Patienten kehren nach der Behandlung täglich in ihr gewohntes Umfeld zurück. Welche spezifischen therapeutischen Vorteile entstehen hieraus im Vergleich zu einer vollständig stationären Behandlung?
Durch die tägliche Rückkehr nach Hause hat die Behandlung für Angehörige und Patient*innen ähnliche Rahmenbedingungen wie ein Arbeitstag. Man bleibt im familiären Umfeld, kann bestehende Kontakte weiter pflegen, Hobbys nachgehen und in der Behandlung Erlerntes direkt im Alltag erproben.
Wann ist eine tagesklinische Behandlung sinnvoll, und wie gelingt der Übergang aus der stationären Versorgung in den Alltag?
Vielen Patientinnen und Patienten fällt der Schritt aus der Vollversorgung in der Klinik zurück in den Alltag sehr schwer. Vor der Entlassung äußern sie häufig die Sorge, wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen und den Anforderungen des Alltags noch nicht gewachsen zu sein. Einzelne Facharzttermine in größeren Abständen sind dann oft nicht ausreichend, wenn die Belastbarkeit noch eingeschränkt ist. Hier bietet die Tagesklinik ein optimales Angebot, um den Übergang in den Alltag zu erleichtern. Viele Patient*innen empfinden dies als große Unterstützung und trauen sich dadurch häufig auch eine frühere Entlassung aus der Klinik zu. Ein reibungsloser Übergang in die tagesklinische Behandlung wird durch die enge Zusammenarbeit der Teams gewährleistet.


