03.06.2026
St. Elisabeth Lahnstein entwickelt sich positiv
Stabilität, Veränderungsbereitschaft und neue Impulse
Seit der Übernahme durch die BBT-Gruppe hat sich St. Elisabeth Lahnstein in kurzer Zeit positiv entwickelt. Das Haus, das zur BBT-Region Koblenz-Saffig gehört, konnte 2025 ein deutlich positives Jahresergebnis erzielen – ein Erfolg, der in der Krankenhauslandschaft derzeit keineswegs selbstverständlich ist. Grundlage dafür waren stabile Strukturen, erfahrene Mitarbeitende, neue Impulse und eine hohe Veränderungsbereitschaft im Team.

Im Interview spricht Sabine
Saal, Kaufmännische Direktorin am St. Elisabeth Lahnstein, über die Faktoren
hinter der positiven wirtschaftlichen Entwicklung, über neue fachliche und
personelle Perspektiven sowie über die nächsten baulichen und inhaltlichen
Schritte am Standort.
Frau Saal, das St. Elisabeth
Lahnstein ist noch nicht lange Teil der BBT-Gruppe. Dennoch ist es bereits
gelungen, eine positive wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen. Geben Sie uns
einen Einblick: Wie wurde das möglich?
Ich glaube, uns ist in
Lahnstein eine sehr gute Mischung gelungen. Auf der einen Seite konnten wir
erfahrene Mitarbeitende und stabile Strukturen vom vorherigen Träger
übernehmen. Auf der anderen Seite sind neue Menschen ins Unternehmen gekommen,
die weitere Impulse eingebracht haben. Diese Kombination aus Kontinuität und
neuen Ideen hat uns sehr geholfen.
Hinzu kommt eine große
Veränderungsbereitschaft der Mitarbeitenden vor Ort. Wir konnten viele Prozesse
weiterentwickeln, neue Ansätze einbringen und zusätzliche Kolleginnen und
Kollegen für uns gewinnen. Ich würde sagen: Es ist diese Mischung aus Stabilität,
Innovation und Veränderungsbereitschaft, die die Entwicklung in Lahnstein
möglich gemacht hat.
Wirtschaftlich positiv
ausgewirkt haben sich auch die Budgetverhandlungen, die wir für das Haus
geführt und umgesetzt haben. In Lahnstein war über eine längere Zeit nicht
verhandelt worden. Entsprechend niedrig und nicht kostendeckend waren die
Tagessätze, die wir den Kostenträgern in Rechnung stellen konnten. Durch die
ersten erfolgreichen Verhandlungsergebnisse konnten wir hier eine deutlich
bessere Situation erreichen.
Ein weiterer wichtiger
Schritt war die Gewinnung von Dr. Esther Jacobi als neue Chefärztin und
Ärztliche Direktorin. Mit ihr sind noch einmal viele fachliche Impulse und gute
Ideen in den Veränderungsprozess gekommen. Durch ihr Wirken ist es uns unter anderem
gelungen, weitere Fachärztinnen und Fachärzte zu gewinnen – auch 2026 sind noch
einmal zwei Mediziner hinzugekommen. Das ist sowohl für die Qualität der
Versorgung sehr wertvoll als auch für unser Ziel, am Standort weiter zu
wachsen.

Welche nächsten inhaltlichen
und baulichen Schritte sind am Standort Lahnstein geplant?
Ein zentrales inhaltliches
Thema ist für uns, die Situation in der Pflege weiter zu stabilisieren. Wir
suchen weiterhin Pflegekräfte, die gerne in der Psychiatrie bei uns in
Lahnstein tätig werden möchten. Die Situation ist heute schon deutlich besser
als noch vor einem Jahr. Aber wir möchten weiter wachsen und zugleich die
Arbeitssituation für unsere Mitarbeitenden verbessern.
Sehr erfreulich ist, dass
wir in Lahnstein erstmals wieder eigene Auszubildende in der Gesundheits- und
Krankenpflege beschäftigen. Das ist für uns ein wichtiges Signal und ein großer
Schritt mit Blick auf die Zukunft des Standortes.
Parallel dazu beschäftigen
uns mehrere große Bauprojekte. Wir möchten den Außenbereich für unsere
geschützte Station baulich umsetzen, um die Situation für die dort
untergebrachten Patientinnen und Patienten deutlich zu verbessern. Gerade für
Menschen, die geschützt untergebracht sind, ist ein geeigneter Außenbereich ein
wichtiger Beitrag zu einer besseren Versorgung und zu mehr Lebensqualität im
stationären Alltag.
Darüber hinaus planen wir im
dritten Obergeschoss eine neue Station für gerontopsychiatrische Patientinnen
und Patienten. Dort sollen ältere Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen
gezielt versorgt werden können. Außerdem bereiten wir die Erweiterung des
Therapiezentrums im Untergeschoss vor. Geplant sind dort ambulante
Heilmittelpraxen. Dieses Projekt steht aktuell kurz vor dem
Bauantragsverfahren.
Wenn Sie einen Wunsch für
St. Elisabeth Lahnstein hätten: Was würden Sie gerne in den nächsten Jahren
verwirklicht sehen?
Mein Wunsch wäre, dass wir
im Sommer 2028 den Außenbereich für die geschützte Station umgesetzt haben und
unsere Patientinnen und Patienten dort von einer deutlich entspannteren
Situation profitieren können.
Außerdem wünsche ich mir,
dass wir die Gerontopsychiatrie bis dahin in Betrieb nehmen können – mit einer
guten baulichen Lösung und einer starken personellen Aufstellung. Wenn uns das
gelingt, wäre das für St. Elisabeth Lahnstein ein großer Entwicklungsschritt
und ein wichtiger Beitrag zur Versorgung älterer Menschen mit psychiatrischen
Erkrankungen in der Region.
Was macht für Sie persönlich
in Ihrer kaufmännischen Tätigkeit aus, entschieden für Menschen zu arbeiten?
Ich würde das gerne noch
erweitern: Für mich geht es nicht nur darum, entschieden für Menschen zu
arbeiten, sondern auch entschieden mit Menschen. Das ist für mich ganz
wesentlich.
Gerade in schwierigen
Situationen zeigt sich, ob eine Organisation oder ein Team gut funktioniert. Im
Gesundheitswesen erleben wir solche Herausforderungen sehr häufig – durch enge
Zeitpläne, neue gesetzliche Anforderungen oder durch Patientinnen und Patienten,
die sich in besonders belastenden Lebenssituationen befinden.
In Lahnstein durfte ich sehr
oft erleben, dass das Team gerade in solchen Momenten hervorragend
zusammenarbeitet. Das beeindruckt mich. Diese Erfahrung, gemeinsam mit Menschen
Lösungen zu finden und dadurch die Versorgung für andere Menschen zu verbessern,
macht meine Tätigkeit für mich besonders wertvoll.


