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Aktuelle Information zu Corona-Infektionen 

Stand Mai 2021

PANDEMIE-SITUATION ENTSPANNT SICH WEITER

Durch die sinkende Inzidenz im Kreis Mayen-Koblenz sind wir in der Lage, die Besuchseinschränkungen weiter zu lockern. Bitte informieren Sie sich beim Fachpersonal der jeweiligen Einrichtung über den aktuellen Sachstand. 


...und dann kam Corona. Eine Interviewserie.

...und dann kam Corona. Eine Interviewserie

Was für ein Jahr liegt hinter uns? Im Einrichtungsarchiv der Barmherzigen Brüder Saffig finden sich viele bewegende Situationen der vergangenen 150 Jahre. Teilweise dokumentieren sie besonders schöne, teilweise besonders herausfordernde Situationen. Einige Dokumente zeigen den epochalen Wandel. Zeit- oder Wendepunkte, die in Teilen weit in die Zukunft hinein wirken. 2020 hat sich bereits jetzt einen Platz in dieser Chronik gesichert, denn…

… dann kam Corona.

Für Sie, lassen wir einer kleinen Interviewserie Mitarbeitende, Klienten, Patienten und Senioren zu Wort kommen, wie sie die vergangenen 12 Monate erlebt haben.

Schnelle Entscheidungen in den Seniorenzentren

Christiane Krebs

Christiane Krebs,

Direktorin Seniorendienste,
Heimleitung der Seniorenzentren Maria vom Siege Plaidt und St. Josef Münstermaifeld.

Liebe Frau Krebs, zu Beginn der Pandemie mussten Seniorenzentren komplett isoliert werden, dann folgten Lockerungsschritte, später wieder starke Besuchseinschränkungen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Viele Entscheidungen mussten zu Beginn der Pandemie sehr schnell getroffen und zum Teil ebenfalls kurzfristig wieder revidiert werden. Die kurzfristige Schließung und das strikte Abweisen von externen Gästen, insbesondere der Angehörigen unserer Bewohnerinnen und Bewohner, sind hier noch in meinen Erinnerungen sehr präsent. Auswärtstermine waren für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ebenfalls nicht möglich. Ich erinnere mich daran, dass es selbst für unsere Seniorenzentren schwer war, in der ersten Phase Einmalhygieneartikel zu beschaffen. Die Ängste der Mitarbeitenden waren groß, unsere Bewohnerinnen und Bewohner zu gefährden.

Wie hat sich der Alltag in den Seniorenzentren verändert?

Stand heute kann ich sagen, dass bis auf die enger gefassten Besucherregelungen und die strengeren Hygieneauflagen der Alltag für unsere Bewohnerinnen und Bewohner einigermaßen „normal“ abläuft. Unsere Teams ermöglichen hier wirklich Vieles und ich bin dankbar für die vielen kreativen Ansätze. Aber klar, die Öffnung der Häuser, wie es vor dem Ausbruch der Pandemie war, ist leider noch in weiter Ferne. Es fehlt einfach die Begegnung in unseren Cafés und oder bei Veranstaltungen. Spürbar ist, dass die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung auch von den Seniorinnen und Senioren stärker genutzt werden. Ein Videoanfruf mit den Enkeln ist mittlerweile Standard, eine Whatsapp mit der Tochter kein Problem mehr. Wir haben bereits zum ersten Lockdown Tablets für die Wohngruppen besorgt, um den Bedarf zu unterstützen. Je länger die Situation andauert, um so alltäglicher werden die digitalen Möglichkeiten auch für ältere Menschen.

Sind psychische Belastungen durch die veränderte Corona-Lebenswelt bei den Bewohnerinnen und Bewohnern spürbar?

Das bereits erwähnte, komplette Besuchsverbot im ersten Lockdown war für viele Menschen eine sehr große Belastung. Ich hoffe, dass es nicht mehr zu solchen strikten Maßnahmen kommen wird.

Schnell-Tests stehen seit mehreren Monaten wöchentlich auf dem Ablaufplan. Sie selbst sind Mitglied im einrichtungseigenen Krisenstab. Wie haben Sie die Bereitschaft des freiwilligen Testangebots für die Mitarbeitenden der Barmherzigen Brüder Saffig bisher wahrgenommen?

Sehr positiv, die Mitarbeitenden und auch die Bewohnerinnen und Bewohner nehmen das Testangebot gerne an. Es gibt allen Beteiligten ein gewisses Maß an Sicherheit und lässt so wiederum einen gewissen Alltag zu. Glücklicherweise sind wir mit beiden Seniorenzentren bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Wir wissen jedoch, dass wir tagtäglich mit großer Wachsamkeit und Umsicht handeln müssen, damit das auch so bleibt. Dahingehend muss man auch den Angehörigen ein sehr großes Lob aussprechen. Die Bereitschaft zur Testung, der Verantwortungsvolle Umgang mit den Besuchs- und Hygienebestimmungen und das Verständnis für die gesamte Situation sind sehr gut.

Nun konnten in beiden Seniorenzentren die Impfungen durchgeführt werden. Hand aufs Herz, sind Sie erleichtert oder bleibt die Situation weiter angespannt?

Selbstverständlich fiel uns ein Stückweit ein Stein vom Herzen, als wir die Impftermine für unsere Häuser erhalten haben. Mit der nun durchgeführten zweiten Impfung - und der sehr hohen Impfbereitschaft – kann man schon von einer gewissen Erleichterung sprechen, aber der Alltag mit den genannten Einschränkungen bleibt weiterhin bestehen. Auch das muss man zur Kenntnis nehmen: Die Pandemie mit all ihren Herausforderungen liegt leider noch nicht hinter uns.

Maske auf und Fiebermessen in den St. Josefs-Werkstätten

Gregor Nöthen

Gregor Nöthen,

Werkstattleiter,
St. Josefs-Werkstätten Plaidt

Herr Nöthen, die Pandemie beherrscht mittlerweile seit einem Jahr unseren Alltag. Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Monaten für Sie persönlich verändert?

Kurz gesagt: Weniger persönliche Kontakte, dafür überbordende Corona-Organisations-Arbeit

Wie hat sich die Arbeit in der WfbM verändert? Wie erleben Sie die Einschränkungen mit Blick auf die Tätigkeitsfelder der Beschäftigten?

Auch wenn die Corona-Maßnahmen organisatorisch vieles beeinflussen: Die eigentliche Arbeit in der WfbM hat sich für die Beschäftigten wenig verändert, sondern wirkt positiv stützend.
Die Entwicklung unserer Kreativen Eigenprodukte spricht bei einigen noch einmal andere Motivationskanäle an.

Wir übernehmen als Werkstatt eine wichtige Kompensation von vielen wegfallenden Angeboten und privaten Kontakten.

In den St. Josefs-Werkstätten werden Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Arbeitsleben begleitet. Sind die Belastungen durch die veränderte Corona-Lebenswelt spürbar?

Sehr, vor allem für die Beschäftigten, die „freiwillig“ mit Lohn zu Hause bleiben dürfen; die aber dann oft in starke Krisen und Krankheitszustände fallen.

Viele Kontakte im sozialen Netzwerk der Beschäftigten sind komplett weggebrochen. Da übernehmen wir eine wichtige Funktion des Ausgleichs. Die Menschen haben einen erheblich höheren Betreuungs- und Gesprächsbedarf.

Wie beziehen Sie diese Problematik in die pädagogische und therapeutische Begleitung der Beschäftigten mit ein?

Wir kontaktieren die Menschen regelmäßig zu Hause. Auch Bildungs- und Lern-Einheiten werden übermittelt. In der WfbM finden ebenfalls viele Krisengespräche statt, flankiert von Fallsupervision und Unterstützung durch unseren Psychologen. Gespräche mit Kooperationspartnern und Betreuern ermöglichen einen umfassendere Sicht und ein gemeinsames Handeln.

Viele Unterstützungsangebote, besonders aufsuchende Hilfen, wurden eingeschränkt oder eingestellt. Dies betrifft z.B. die Kontakte von den Beschäftigten mit gesetzlichen Betreuern oder den ambulanten Betreuungsleistungen.

Oft ist die Werkstatt für die Klienten der einzige Bereich, in dem soziale Kontakte und persönliche Ansprache möglich sind.

Nun stehen Impfungen in Aussicht. Hoffen Sie auf eine rege Impfbeteiligung?

Auf jeden Fall. Die Zustimmungsquote bei den Mitarbeitenden ist bei annähernd 100% und auch bei den Beschäftigten sehr hoch.

Sind Sie bereits geimpft? Oder werden Sie sich impfen lassen?

Geimpft bin ich aktuell noch nicht. Natürlich werde ich mich impfen lassen. Das ist besser als Corona. Und wir schützen auch noch andere Menschen.

Was ist Ihr persönlicher Tipp, um einen Ausgleich im Alltag zu finden?

Bewegung in der Natur und Schönes suchen.

Corona als betriebswirtschaftliche Herausforderung

Holger Brandt

Holger Brandt

Kaufmännischer Direktor
Barmherzige Brüder Saffig

Herr Brandt, die Pandemie beherrscht mittlerweile seit einem Jahr unseren Alltag. Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Monaten für Sie persönlich verändert?

Die Pandemie führt sicherlich zu einer Entschleunigung vor allem durch die Ablösung von Präsenzveranstaltungen mittels Online-Fortbildungen, Video- und Telefonkonferenzen. Dies spart auf der einen Seite zwar Reisezeit und Kosten, geht aus meiner Sicht aber zu Lasten der fehlenden persönlichen Kontakte, deren dauerhaftes Ausbleiben die Unternehmenskultur verändert. Ich persönlich bemühe mich nach wie vor um eine ständige Präsenz vor Ort, um mit den Mitarbeitenden im persönlichen Gespräch bleiben zu können.

Projekte und Gespräche mit externen Partnern müssen häufig aufgeschoben werden, da gerade auf Kostenträgerseite mit Hinweis auf die Priorität der Pandemie gemeinsame Vorhaben verschoben werden müssen. Die Arbeit ist unumstritten digitaler geworden, was eben diesen Prozess beschleunigt, auf der anderen Seite aber auch das persönliche Gespräch als Basis von Entscheidungsfindungen in den Hintergrund treten lässt.

Zu Beginn der Pandemie mussten Teile der Einrichtung komplett isoliert werden, dann folgten Lockerungsschritte, später wieder starke Besuchseinschränkungen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Gerade in unseren beiden Seniorenzentren haben wir erleben müssen, wie in der Zeit der restriktiven Besuchsbeschränkungen die Bewohnerinnen und Bewohner zunehmend vereinsamten. Es kann an dieser Stelle nicht hoch genug geschätzt werden, wie sich unsere Mitarbeitenden in diesem Lockdown darum bemüht haben, den Bewohnerinnen und Bewohnern einen möglichst abwechslungsreichen Alltag zu ermöglichen. Die darauffolgenden Lockerungen gingen immer einher mit der Sorge, dass von außen ein Infektionsgeschehen in die Einrichtung hineingebracht werden könnte. Davon sind wir mit kleinen Ausnahmen in einer stationären Wohngruppe verschont geblieben, so dass wir bis zum heutigen Zeitpunkt rückblickend einen guten Ausgleich von notwendigen Restriktionen und möglichst weitgehender Autonomie sowohl bei BewohnerInnen, KlientenInnen als auch bei Patienten gefunden haben.

Sicherlich ist Corona auch betriebswirtschaftlich eine Herausforderung, oder?

Wenn man sich die vielen anderen Branchen ansieht, können wir als Komplexanbieter in mehreren SGB Bereichen froh und dankbar dafür sein, dass uns die staatlichen Unterstützungen so weitreichend gewährt wurden, dass wir das Jahr 2020 betriebswirtschaftlich haben gut durchstehen können. Man darf an dieser Stelle auch gerne ein Lob an die politischen Entscheidungsträger geben, die die Unterstützungsmaßnahmen sehr weitreichend, aber auch in gebotenem Maße bürokratiearm zur Verfügung gestellt haben.

Wie erleben Sie die Einschränkungen mit Blick auf die uns anvertrauten Menschen?

Wie schon unter Punkt 2 erwähnt, haben wir es aus meiner Sicht gut geschafft, ein ausgewogenes Maß von verbleibender Autonomie und möglichst weitgehendem Schutz der uns anvertrauten Menschen sicher gestellt zu haben. In allen unseren Einrichtungen wurden vielfache Aktivitäten angeboten, um das eingeschränkte Leben möglichst facettenreich auszugestalten. Dazu an dieser Stelle auch mein Dank an alle noch nicht unter Punkt 2 erwähnten Mitarbeitenden in der Eingliederungshilfe und in der Fachklinik.

Auch für die Mitarbeitenden stellte das vergangene Jahr vieles auf den Kopf. Geschlossene Kitas und Schulen, Homeoffice, Homeschooling…die Liste lässt sich lange fortschreiben. Wie haben Sie die Dienstgemeinschaft in der Phase wahrgenommen?

Homeoffice ist in einer Komplexeinrichtung, in der mehr als 80% der Mitarbeitenden ihren Dienst vor Ort erbringen, immer ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Pandemie hat aber dazu geführt, dass wir allen Mitarbeitenden, die ihre Arbeit von zu Hause aus erfüllen können, diese Möglichkeit zur Verfügung gestellt haben, um Kontakte zu vermeiden, aber auch die Arbeitsfähigkeit bei längerer Quarantäne sicher zu stellen. Auch haben wir unseren Mitarbeitenden in dieser schwierigen Phase im privaten Umfeld alle vertretbaren Möglichkeiten eröffnet, um flexibel zu arbeiten, oder aber auch die gesetzlichen Möglichkeiten zur Betreuung von Kindern und Angehörigen zu gewährleisten.

Schnell-Tests stehen seit mehreren Monaten wöchentlich auf dem Ablaufplan. Sie selbst sind Mitglied im einrichtungseigenen Krisenstab. Wie haben Sie die Bereitschaft des freiwilligen Testangebots für die Mitarbeitenden der Barmherzigen Brüder Saffig bisher wahrgenommen?

Wir haben schon sehr früh in der Pandemie auf dem Gelände der Kerneinrichtung aber auch an allen dezentralen Standorten Möglichkeiten zu freiwilligen Tests geschaffen. Dieses Angebot wurde von den Mitarbeitenden gut und dankbar angenommen.

Nun konnten bereits in beiden Seniorenzentren die Impfungen durchgeführt werden. Impfungen in weiteren Einrichtungsteilen stehen bevor. Hand aufs Herz, sind Sie erleichtert oder bleibt die Situation weiter angespannt?

Bei der Beurteilung der Wirksamkeit von Impfungen ist man natürlich auf die Expertenmeinungen angewiesen. Diese versprechen zumindest einen deutlichen Schutz vor einem kritischen Krankheitsverlauf, aber auch nach neuesten Erkenntnissen die Annahme, dass die Geimpften selbst das Virus nicht mehr übertragen können. Dies könnte natürlich das soziale Leben in den Seniorenzentren wieder deutlich beleben, auch wenn derzeit Testungen und Zugangsbeschränkungen noch wie vor Impfzeiten vorherrschen. Ich nehme aber wahr, dass es sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Mitarbeitenden eine gewisse Erleichterung gibt, die zwar nicht nachlässig, aber doch ein wenig beruhigend wirkt. Es bleibt zu hoffen, dass bei Bestätigung der ersten Ergebnisse der Wirksamkeit der Impfstoffe das soziale Leben in den Einrichtungen wieder in gewohnter Form stattfindet und Gruppen sowie Außenaktivitäten wieder möglich sein werden.

Ein Spagat für Werkstatt- und Heimbeirat

Daniel Knezic

Daniel Knezic,

Vorsitzender des Heimbeirates und des Werkstattrates
Barmherzige Brüder Saffig

Lieber Herr Knezic, die Pandemie beherrscht mittlerweile seit einem Jahr unseren Alltag. Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Monaten für Sie persönlich verändert?

Viele Präsenzveranstaltungen konnten nicht stattfinden. Treffen mit anderen Werkstätten mussten so als Telefonkonferenz durchgeführt werden. Auch hat der Werkstattrat musste weitestgehend auf Rundgänge verzichtet. Der Heimbeirat konnte sich leider so gut wie gar nicht treffen. Auch kamen viele Kollegen auf mich zu und teilten ihre Sorgen über die Corona-Situation.

Sie sind Vorsitzender des Heimbeirates und des Werkstattrates der Barmherzigen Brüder Saffig. Hierdurch stehen Sie im engen Kontakt mit den Klienten und den Beschäftigten. Wie haben Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung das vergangene Jahr erlebt?

Ich kann natürlich nicht für jeden Einzelnen sprechen. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen sind besorgt und skeptisch gegenüber dem politischen Krisenmanagement in der jetzigen Pandemie-Situation. Einige Kollegen konnten sich so nur schwer an die Maskenpflicht gewöhnen. Das Tragen der Maske wird zum Teil als störend und umständlich empfunden. Es gibt aber auch viele, die auf baldige Lockerungen und Beruhigung der Situation hoffen.

Wie hat sich der Alltag für die Klientinnen und Klienten und der Werkstatt-Beschäftigten verändert?

Eine große Veränderung liegen im Bereich „Essen“. Für viele der Beschäftigten in der Werkstatt ist das Mittagsessen eigentlich ein wichtiger Zeitpunkt des Austauschs und Miteinanders. Nun, da die AHA-Regel eingehalten werden müssen, ist dies komplett verändert. Auch brauchte es etwas an Zeit, sich daran zu gewöhnen sich nicht mehr per Körperkontakt zu begrüßen.

Schnell-Tests stehen seit mehreren Monaten wöchentlich auf dem Ablaufplan. Wie erleben Sie die Bereitschaft des freiwilligen Testangebots für die Beschäftigten der St. Josefs-Werkstätten?

Die Testungen finden in der Werkstatt einmal pro Woche statt. Die Bereitschaft zum Testen ist hoch. Viele erleben das Testen nach negativem Ergebnis als beruhigende und zusätzliche Sicherheit.

Nun stehen Impfungen in Aussicht. Überwiegt bei den Klienten und Beschäftigten die Erleichterung über ein bevorstehendes Impfangebot oder ist hier noch Überzeugungsarbeit zu leisten?

Natürlich gibt es bei den Klienten auch einzelne Impfgegner, weil einige bezweifeln das der Impfstoff ausreichend überprüft ist. Die meisten jedoch zeigen eine Impfbereitschaft.

Sind Sie bereits geimpft? Oder werden Sie sich impfen lassen?

Ich persönlich bin noch nicht geimpft und zähle noch zu den Unentschlossenen. Tendenziell werde ich mich aber wohl impfen lassen.

Was ist Ihr persönlicher Tipp, um einen Ausgleich im Corona-Alltag zu finden?

Zum Ausgleich in der Corona-Situation setze ich auf Ablenkung durch Beschäftigung. Auch gehe ich viel spazieren.

Corona ist zum zentralen Gesprächsthema in der Fachklinik geworden

Maike Engel

Maike Engel,

Pflegedienstleitung,
Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Liebe Frau Engel, die Pandemie beherrscht mittlerweile seit einem Jahr unseren Alltag. Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Monaten persönlich verändert?

Das Thema Corona ist für uns alle ein wichtiger Bestandteil in unserem Arbeitsalltag geworden. Die Herausforderung ist es, eine gute Balance zwischen den Themen Pandemie und Patientenversorgung sicher zu stellen. Die AHA-Regeln machen dies nicht immer leicht. Die Pandemie stellt gerade mit der Maskenpflicht und den Abstandsregelungen in der Klinik eine hohe Herausforderung. Die Beziehungsarbeit gestaltet sich schwieriger und benötigt deutlich mehr Aufwand. In meiner Funktion als Pflegedienstleitung bedeutet die Veränderung in der Arbeit: Weitaus mehr Sitzungen finden per Video- bzw. Telefonkonferenz statt.

In der Fachklinik werden Menschen mit psychischen Erkrankungen, darunter Depressionen oder Angststörungen behandelt. Ist „Corona“ zu einem zentralen Gesprächsthema geworden?

Diese Frage kann ich deutlich mit „Ja“ beantworten. Gerade Menschen mit einer Depression leiden unter der sozialen Isolation. Natürlich verstärkt dies dann oftmals die Depression. Wir erleben zudem beispielsweise, dass Patienten mit einer Angststörung in ihrer Erkrankung gestärkt werden. Auch Patienten die Unterstützung bei der Tagesstruktur benötigen haben vor allen Dingen im ersten Lockdown durch Schließung der Behindertenwerkstätten und Tagesstätten gelitten. Dies zeigte sich auch an unseren Aufnahmediagnosen.

Menschen gehen in Isolation. Zwischenmenschliche Begegnungen sind nur noch eingeschränkt möglich. Homeoffice, Homeschooling, ausfallende Hobbys. Kann man im Allgemeinen vermehrt von psychischen Belastungen durch die veränderte Corona-Lebenswelt ausgehen? Oder ist diese Betrachtung doch zu fatalistisch?

Meiner Meinung nach sind Patienten die eine Vorerkrankung wie z.B. Depression, Angststörungen, Psychose, Adoleszenz haben durch die veränderte Lebenswelt noch stärker eingeschränkt. Es fällt deutlich auf, dass sie vermehrt Unterstützung benötigen.

Jedoch glaube ich auch, dass gesunde Menschen ihre natürlichen Ressourcen nutzen und somit gut durch die aktuelle „Corona-Lebenswelt“ kommen.

PoC-Testungen stehen seit mehreren Monaten wöchentlich auf dem Ablaufplan. Sie selbst gehören zum „Test-Team“ dazu. Wie haben Sie die Bereitschaft des freiwilligen Testangebots für die Mitarbeitenden der Barmherzigen Brüder Saffig bisher wahrgenommen?

Das freiwillige Testangebot wird von einer hohen Anzahl von Mitarbeitern dankend angenommen. Sie fühlen sich dadurch sicherer und befreiter. Natürlich hoffe ich, dass sich viele Mitarbeiter für eine Impfung entscheiden, damit Lockerungen im Alltag möglich sind.

Sind Sie bereits geimpft? Oder werden Sie sich impfen lassen?

Ich bin angemeldet für die Impfung bei den Barmherzigen Brüder Saffig und sehe der Impfung positiv entgegen.

Was ist Ihr persönlicher Tipp, um einen Ausgleich im Alltag zu finden?

Ich denke es ist sehr wichtig ein Ausgleichshobby zu haben. Gerade in der Pandemie ist die Natur die beste Möglichkeit sich zu entspannen und Energie zu tanken.

Aufgrund der heutigen Vernetzung ist es auch möglich weiterhin in Kontakt mit seiner Familie und Freunden zu bleiben. Ich denke, dass dies auch ein ganz wichtiger Anteil am Wohlbefinden ist: Menschen sind soziale Wesen und müssen sich austauschen können.

Wohnbereich Teichhöhe. Ein Wechselspiel zwischen Einschränkungen und Möglichkeiten

Joachim Kressmann

Joachim Kressmann,

Teamleitung Wohnbereich Teichhöhe,
Teilhabedienste

Lieber Herr Kressmann, die Pandemie beherrscht mittlerweile seit einem Jahr unseren Alltag. Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Monaten für Sie persönlich verändert?

Vielen Pläne, die ich im Jahr 2020 bearbeiten wollte, sind vorerst ausgesetzt. Dies betrifft vor allem längerfristige Vorhaben wie z.B. Mitarbeiterentwicklung, Standortveränderungen und Perspektivplanungen hinsichtlich des BTHG. Ich plane heute für deutlich kürzere Zeiträume. Zeiträume die mir durch die Landesverordnungen mit den sich verändernden Rahmenbedingungen vorgegeben werden. Ich sehe mich auch mehr in der Rolle des ständigen Mahners aber auch des Motivators gegenüber der Klienten*ìnnen und Mitarbeiter*innen.

Sie und Ihr Team stehen täglich im engen Austausch mit Klientinnen und Klienten. Wie gestaltete sich die Begleitung von Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung in den vergangenen 12 Monaten?

Nach der anfänglichen, allgemeinen Verunsicherung zu Beginn der Pandemie und den Herausforderungen durch den ersten Lockdowns, hat sich ein vertrauensvolles Miteinander zur Bewältigung der Lage entwickelt. Der Sommer gestaltete sich durch die niedrige Infektionslage, positiv. Aktivitäten konnten außerhalb der Gebäude ohne hohes Risiko stattfinden.

In der jetzigen Zeit der zweiten Welle erfahren wir, dass die Klienten*innen an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit kommen.

Das Gefühl der Unfreiheit, die dunkle Jahreszeit und die stark eingeschränkten Besuchs- und Aktivitätsmöglichkeiten lösen unterschiedliche Stressreaktionen. Auch hier zeigt sich, dass der Betreuungsansatz von einer perspektivvollen Lebensplanung sich hin zur kurzfristigen Krisenintervention verschoben hat.

Wir stehen nach Abklingen der Pandemie vor besonderen Herausforderungen für unsere Klienten*innen. Schaffung von Normalität und das Leben wieder Leben lernen

Zu Beginn der Pandemie mussten Teile der Einrichtung komplett isoliert werden, dann folgten Lockerungsschritte, später wieder starke Besuchseinschränkungen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Diese Zeit habe ich, als unsicher und nicht planbar empfunden, bei gleichzeitig gefühlter Verantwortung für die zu betreuenden Klienten. Besserung gab es dann, als genug Desinfektionsmittel und Masken zur Verfügung standen und wir die Erfahrungen der positiven Unterstützung durch unsere Klienten*innen bzgl. Einhaltung der Abstandsregeln machten.

Ist „Corona“ zu einem zentralen Gesprächsthema geworden?

Corona bestimmt momentan unser berufliches Handeln in einem hohen Maß. Alleine durch täglich nicht stattfindenden Angebote und die bestehenden Einschränkungen wird über die Pandemie, die Folgen aber auch über möglichen Perspektiven gesprochen. Es ist eine tägliche Mischung aus Unsicherheit, Frust aber auch Hoffnung und Dankbarkeit über jeden Tag ohne Infektionsgeschehen.

Schnell-Tests stehen seit mehreren Monaten wöchentlich auf dem Ablaufplan. Wie erleben Sie die Bereitschaft des freiwilligen Testangebots?

Die Bereitschaft ist sowohl bei unseren Klienten*innen als auch bei den Mitarbeiter*innen sehr hoch. Die Tests werden, bei negativen Ergebnissen, als momentane und zeitliche sehr befristete Erleichterung empfunden. Hier erfahren wir Mitarbeitenden ein hohes Vertrauen der Klienten*innen in unser Tun.

Nun stehen Impfungen in Aussicht. Überwiegt bei den Klienten die Erleichterung über ein bevorstehendes Impfangebot oder ist hier noch Überzeugungsarbeit zu leisten?

Am Standort Teichhöhe besteht eine sehr große Impfbereitschaft bei den Klienten*innen. Es gibt viele Ängste sich zu infizieren aber auch Wünsche sich wieder gefahrlos ein Stück Normalität ins Leben zurück zu holen. Ich erlebe die Klienten*innen momentan als angespannt ungeduldig aber auch in der positiven Erwartung auf eine baldige Impfung.

Sind Sie bereits geimpft? Oder werden Sie sich impfen lassen?

Impfen ist für mich die einzige Möglichkeit langfristig gegen die Pandemie anzukommen.

Was ist Ihr persönlicher Tipp, um einen Ausgleich im Corona-Alltag zu finden?

Ich versuche mir in meiner privaten Lebenswelt, Räume und Bedingungen zu schaffen die es mir erlauben eine hohe selbstbestimmte Sicherheit vor einer Infektion zu leben. Dort habe ich das Gefühl etwas aktiv gegen das Virus unternehmen zu können bei gleichzeitigem Gewinn von Freiheit. Es gelingt mir so, zeitweise die Verantwortung, die ich permanent für unsere Klienten*innen und Mitarbeiter*innen empfinde, abzulegen.

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