Innere und äußere Erlebniswelten von Menschen mit Demenz

Barmherzige Brüder Saffig und Netzwerk Demenz MYK veranstalteten gemeinsames Seminar

Demenz ist eine Volkskrankheit. Während heute in Deutschland bereits rund 1,3 Mio. Menschen an einer Demenz leiden, so werden es in 20 Jahren rund doppelt so viele sein.
Menschen mit Demenz befinden sich häufig in anderen Erlebenswirklichkeiten. Sie machen „Zeitensprünge“ und erleben „innere Realitäten“. Sie sind gefangen in ihren Gefühlen und Erinnerungen. Die aktuelle Realität scheint für sie nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Schon aus diesem Grund gestalten sich die Kommunikation und damit auch die Betreuung von Demenzerkrankten meist schwierig.

Immer häufiger müssen sich Fach- und Pflegekräfte daher die Frage stellen: Wie finden wir einen Zugang zu der Wahrnehmungswelt dieser Menschen? Wie kann eine Lebenswelt geschaffen werden, die Menschen mit Demenz Sicherheit und Geborgenheit bietet?

Ein Weg hierbei bereitet die sogenannte integrative Validation. Ziel dieser Kommunikationsmethode ist es, einen Zugang zur Erlebenswelt des desorientierten Menschen zu finden und mit Wertschätzung und Empathie dessen Wahrnehmungen und den daraus folgenden Reaktionen zu begegnen, um so einen möglichst hohen Grad an Lebensqualität für ihn zu erhalten.
„Validation bedeutet hierbei: Ich verstehe Dich. Ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Ich gebe dir das Gefühl verstanden zu werden“, erläutert die Begründerin der Integrativen Validation, Dipl. Psycho-Gerontologin Nicole Richards.

Mit ihrer Vortragsreihe war sie nun zu Gast bei den Barmherzigen Brüder Saffig. In Kooperation mit dem Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz wurden rund 65 Pflegekräfte in der Anwendung der Integrativen Validation geschult.

„Wir möchten mit unseren Schulungsangeboten die Pflegefachkräfte der Region auf das Thema Demenz weiter spezialisieren“, so Wolfgang Bons vom Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz. „Mit Nicole Richards konnten wir eine Spezialistin im Umgang mit Demenzerkrankten gewinnen.“

Direkt zu Beginn des Seminars stellte Richards die Ziele der Integrativen Validation klar: „Der methodische Ansatz besteht darin, die noch vorhandenen Ressourcen der Hirnleistungen zu nutzen, mit diesen zu arbeiten und den betroffenen Patienten mit seinen Gefühlen und Antrieben ernst zu nehmen.“

Anhand von Rollen- und Fallbeispielen erlernten die Teilnehmer im Rahmen des eintägigen Seminars die Anwendungsmethode der integrativen Validation kennen.