Praxisnaher Fachaustausch zwischen Politik und sozialem Dienstleister. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (6.v.l.) zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der Barmherzigen Brüder Saffig
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Informations- und Fachaustausch, nah an der Praxis, waren Anlass eines Besuchs des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Hans-Joachim Fuchtel in der Einrichtung der Barmherzigen Brüder Saffig. Thematischer Schwerpunkt stellte die UN-Behindertenrechtskonvention insbesondere die Förderung der Teilhabechancen für Menschen mit Behinderung, sowie die damit verbundenen Anforderungen an Politik, Gesellschaft und soziale Dienstleister dar.
„Inklusion heißt, behinderte Menschen überall einzubeziehen, ihnen und anderen tagtäglich zeigen, dass sie selbstverständlich dazugehören. Das ist mehr als Integration, denn auch die Gesellschaft muss sich an die Bedürfnisse und Möglichkeiten behinderter Menschen anpassen“, betonte Fuchtel bei seiner Begrüßung.
Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG:WfbM), Günter Mosen, stellte gemeinsam mit dem Geschäftsführer der BAG, Stephan Hirsch, die Situation für behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt dar.
6,6 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Behinderung. Davon ist rund die Hälfte im erwerbsfähigen Alter. Doch nur knapp eine Million besitzen tatsächlich eine Arbeitstelle. „Hier gibt es also noch zusätzlichen Handlungsbedarf“, so Mosen. Hirsch stellte die Aufgaben der BAG dar: „Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der Werkstatt für behinderte Menschen als Ort der beruflichen und persönlichen Förderung. Dies ist insbesondere für Menschen von Bedeutung, die wegen ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, aber am Arbeitsleben teilhaben wollen.“
Zwar gibt es in Deutschland rund 285.000 Werkstattbeschäftigte, dennoch sind über 195.000 Menschen mit Behinderung ohne Arbeit. Chancen auf einen direkten Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt sind eher gering.
Praxisnah skizzierten Günter Mosen, gleichzeitig Geschäftsführer der BBT-Gruppe und seine Mitarbeiter, die vielfältigen Veränderungen der letzten Jahre und stellten ihr differenziertes, stetig weiterentwickeltes, sozialpsychiatrisches Leistungsangebot dar. Bruder Alfons Maria Michels, ebenfalls Geschäftsführer, betonte, dass diese Dienstleistungen auf der Grundlage christlicher Werte nah am Menschen und orientiert an dessen persönlichem Wohl erbracht werden.
Staatsekretär Hans-Joachim Fuchtel wertschätzte die Unternehmungen der Barmherzigen Brüder Saffig im Blick auf die Förderung der Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen. Er betonte, dass der Name Günter Mosen auch in Berlin hohe Anerkennung genießt. Zudem will Fuchtel die bisherige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der BAG:WfbM fortsetzen.
Mit der Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil, der Landtagsabgeordneten Hedi Thelen und weiteren politischen Kräften aus Kreis und Region, nahmen zahlreiche weitere Multiplikatoren und Entscheidungsträger am Besuch des Staatsekretärs in der Saffiger Einrichtung teil.