Im Mai 2011 erhielten Christa Rausch und Marion Lewe-Kreutz ihre Zertifikate als anerkannte Fachkräfte für Palliativ Care. Sie sind die ersten in den Seniorenzentren der Barmherzigen Brüder Saffig, die diese Ausbildung absolviert haben.
Palliativ Care, fachlich übergreifende Begleitung am Lebensende, ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung des Leidens mittels frühzeitiger Erkennung und korrekter Beurteilung, der Behandlung von Schmerzen und anderer Beschwerden körperlicher, psychologischer und spiritueller Art (Definition der WHO [Weltgesundheitsorganisation] von 2002).
Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, bedürfen einer palliativen Versorgung. Dabei steht nicht die Heilung und Lebensverlängerung im Vordergrund, sondern der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität, Nähe, Zuwendung und die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen. Palliativ Care bedeutet eine an den Wünschen und Bedürfnissen orientierte Begleitung eines schwerstkranken Menschen und seiner Angehörigen. Sie steigert das individuelle Wohlbefinden und vermittelt Sicherheit und Geborgenheit in allen Stadien des Leidens und Sterbens. Der Pflegebedürftige hat die Möglichkeit mit der Palliativ Care-Pflegekraft über seine Gefühle wie Angst, Wut, Trauer und Hoffnungslosigkeit zu sprechen und bekommt auf Wunsch Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung seines Alltags. Außerdem werden körperliche Symptome wie z.B. Schmerzen, Übelkeit, Müdigkeit oder Atemnot behandelt.
Christa Rausch, Mitarbeiterin im Sozial-begleitenden Dienst des Seniorenzentrums St. Josef Münstermaifeld, und Marion-Lewe-Kreutz, Heimleiterin des Seniorenzentrums Maria vom Siege Plaidt, wurden als erste Palliativ-Care-Fachkräfte der Senioreneinrichtungen der Barmherzigen Brüder Saffig ausgebildet.
Die Ausbildung fand in der „Lernstatt Zukunft“ dem Institut für Bildung und Entwicklung im Diözesan-Caritasverband Trier statt und dauerte neun Monate mit insgesamt 160 Stunden in vier Blöcken á fünf Tagen und endete mit der Abschlussprüfung und der Zertifikatsübergabe.
Vermittelt wurden unter anderem Grundkenntnisse der Tumorschmerztherapie und Systemkontrolle, spezielle Möglichkeiten der Grund-und Behandlungspflege, religiöse, kulturelle und ethische Aspekte in der Sterbebegleitung sowie Angehörigenarbeit.
Die persönliche Grundhaltung gegenüber dem Schwerkranken ist bei Palliativ Care genauso wichtig, wie die Vernetzung mit den Bereichen Seelsorge, Arzt und Krankenhaus, Angehörigen, Pflegenden und Hospizverein.
Weitere Infos zur Ausbildung erhalten Sie hier: Lernstatt Zukunft