Vorgeschichte
Das Seniorenzentrum Maria vom Siege hat eine lange Tradition. Im Volksmund „Klösterchen“ genannt, verdankt es seine Entstehung Pfarrer Josef Retz, dem Erbauer der Pfarrkirche St. Willibrord. Er war von 1926 bis zu seinem Tod 1864 Pfarrer in Plaidt.
In seinem Testament hatte er eine Stiftung in Höhe von 1.000 Taler für die Errichtung einer Kinderverwahrschule gemacht. Dieser Betrag wuchs bis 1907 auf 7.000 Taler an. Das war der Grundstock zum Bau des Klosters.
1909 - 1926
1909 ziehen hier Schwestern vom Heiligen Geist aus dem Marienhof in Koblenz ein. Der Konvent besteht zunächst aus fünf Schwestern, die neben der Kinderverwahrschule für eine Handarbeitsschule und die örtliche Krankenpflege zuständig sind. Die Verwahrschule befindet sich in einem Saal des damaligen Schulgebäudes „Auf der Pütz“ und wird 1926 in das neuerbaute Jugendheim an der Pfarrkirche verlegt.
1944
1944 müssen die Schwestern vom Heiligen Geist wegen akuten Mangels an Schwestern im Marienhof Plaidt verlassen. Das Kloster wird am 21. Juni des gleichen Jahres von den Armen Schwestern des Heiligen Franziskus in Aachen übernommen.
1949 - 1988
Am 15. November 1949 starten die Schwestern mit der Altenpflege im Kloster und wirken bis 1988 segensreich in Plaidt. Gründe ihres Weggangs sind „die zunehmende Überalterung unserer Schwestern und der geringe Ordensnachwuchs“, so Generaloberin Sr. M. Walbertis Weber im Kündigungsschreiben.
1988
Pfarrer Egon Helmes gelingt es, die südindischen Schwestern für Plaidt zu gewinnen, die das Altenheim in Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Willibrord weiter führen.
Am 12. Dezember wird der Förderverein gegründet; Initiatoren sind Pfarrer Egon Helmes und Kirchenrechner Robert Weiler.
1995
Der immer stärker werdende wirtschaftliche Druck führt 1995 zu einem Geschäftsbesorgungsvertrag mit dem Barmherzigen Brüder Trier e.V. Auflagen der zuständigen Behörden lassen einen längerfristigen Betrieb in den alten Räumlichkeiten nicht zu. Die Brüder vereinbaren mit der Kirchengemeinde, einen Neubau zu erstellen, und zwar auf einem Grundstück des Fördervereins. Im Jahr darauf ist Baubeginn.
1999
Mit dem Bezug des Neubaus am 8. Mai 1999 geht die Trägerschaft in die Hände des Barmherzige Brüder Trier e.V. über; das Altenheim wird der Gesamteinrichtung Barmherzige Brüder Saffig zugeordnet.
Heimleiterin wird Ellen Berschel.
Die südindischen Schwestern beziehen einen Konvent im Obergeschoss des Neubaus. Sie wirken bis heute in der Pflege der alten Menschen.
Zeitgleich wird ein Kuratorium gegründet, dessen Aufgaben in den Punkten 2 und 3 der Kuratoriumsordnung festgeschrieben sind:
- Das Kuratorium repräsentiert in der Einrichtung die Kirchengemeinde und die örtliche Bevolkerung. Dem Kuratorium obliegt insbesondere die Verantwortung dafür, die Bindung Träger - Kirchengemeinde - Gemeinde lebendig zu erhalten und die Verwirklichung der Ziele der o.g. Repräsentanten [damit sind die unten aufgeführten Mitglieder gemeint] in der Einrichtung zu gewährleisten.
- Das Kuratorium hat insbesondere die Aufgabe, die Einrichtung ideel, kulturell und materiell zu unterstützen, um dadurch die Betreuung der älteren Menschen in der Einrichtung zu unterstützen bzw. die Arbeitszufriedenheit aller in der Einrichtung Tätigen zu fördern.
Anmerkung: Das Kuratorium wird im Juni 2011 durch den neugegründeten Qualitätsbeirat abgelöst (s. unten).
Mitglieder im Kuratorium vor der Auflösung:
| Hans Rith |
Pfarrer kath. Kirchengemeinde St. Willibrord (Vorsitzender) |
| Robert Weiler |
Stv. Vorsitzender Verwaltungsrat kath. Kirchengemeinde St. Willibrord |
| Christian Wagner |
Vorsitzender Förderverein |
Frank Mertes bzw.
Werner Mayer |
Hausoberer bzw. Kaufm. Direktor
Barmherzige Brüder Saffig |
| Klaus Bell |
Bürgermeister VG Pellenz |
| Wilhelm Anheier |
Bürgermeister Gemeinde Plaidt |
| Monique Bedouet |
Vorsitzende Heimbeirat |
| Marion Lewe-Kreutz |
Heimleitung |
2001
Nach einem nächtlichen Rohrdefekt auf der Ebene 4 wird das ganze Gebäude bis ins Untergeschoss von durch die Decken dringendem Wasser erheblich beschädigt. Trockenlegungs- und Instandsetzungsmaßnahmen dauern Monate.
2002
Das Untergeschoss wird durch den Anbau des Margarethengartens (Wintergarten) erweitert. Nutznießer sind auch die Bewohner der Ebene 2, die dadurch in den Genuss einer Terrasse kommen. Finanziert wird der Anbau vom Förderverein.
2004
Mit dem Abriss des „Klösterchens“ geht ein wertvolles Stück Plaidter Geschichte zu Ende. Jedoch nicht ganz; Robert Weiler erläutert: „Nach vielen Besprechungen mit dem Bistum wurde beschlossen, die noch brauchbare Bausubstanz zu erhalten und den Rest, der nicht mehr brauchbar war, abzureißen. Der Abriss sollte aber erst stattfinden wenn für die erhaltenswerten Bauteile eine Verwendung gefunden war. Eine Einigung konnte dann mit den Barmherzigen Brüdern erzielt werden, die das Gebäude pachteten und als sogenanntes Apartmenthaus für das Betreute Wohnen nutzen."
2006
Die gute Qualität der Arbeit im Altenheim wird bestätigt: Die proCumCert zertifiziert die Einrichtung nach DIN EN ISO 9001:2008.
2008
Der Förderverein begeht am 12. Dezember den 20. Jahrestag seiner Gründung - 20 Jahre segensreichen und enagierten Wirkens zum Wohl der älteren Menschen. Träger, Einrichtungsleitung, Mitarbeiter und vor allem Bewohnerinnen und Bewohner sagen Danke!
2009
Ellen Berschel stellt aus gesundheitlichen Gründung ihr Amt als Heimleiterin zur Verfügung. Nachfolgerin wird Marion Lewe-Kreutz.
2010
Unerwartet stirbt Ellen Berschel am 9. März im Alter von nur 56 Jahren. Die Zeit nach ihrem Rücktritt hatte sie im Förder- und Betreuungsbereich der Saffiger Kerneinrichtung gearbeitet.
2011
Um die Vielfalt der Leistungen auch im Einrichtungsnamen deutlich zu machen, wird das Altenheim Maria vom Siege Plaidt ab April in Seniorenzentrum Maria vom Siege Plaidt umbenannt.
Im Juni ist Gründungsversammlung für einen Qualitätsbeirat mit den Zielen, mehr Transparenz und Qualität in der Betreuung von älteren Menschen zu gewährleisten. Gründungsmitglieder sind Monique Bedouet (Heimbeirat), Frank Mertes (Hausoberer), Marion Lewe-Kreutz (Heimleiterin), Klaus Bell (Bürgermeister VG Pellenz), Susanne Schulden (Ehrenamtliche), Dieter Windheuser (Seniorenbeirat der VG), Wilhelm Anheier (Ortsbürgermeister), Günter Mosen (Geschäftsführer), Christian Wagner (Förderverein) und Werner Mayer (Kaufmännischer Direktor), Bärbel Gorges (katholische Kirchengemeinde).
Der Qualitätsbeirat übernimmt zudem die Aufgaben des Kuratoriums, das mit der Gründung des Kuratoriums aufgelöst wird.
2012
Robert Weilert ersetzt Bärbel Gorges als Vertreter der katholischen Kirchengemeinde im Qualitätsbeirat.